marcello niccodemi - LANDSCHAFTSFOTOGRAF

Witness to Time

Meine fotografische Arbeit konzentriert sich auf die natürliche Landschaft und darauf, wie Licht, Materie und Zeit ihre Form fortwährend verwandeln.

Die Bilder entstehen aus der unmittelbaren Erfahrung der Orte und aus der Aufmerksamkeit für jene Momente, in denen die Landschaft eine intensivere oder intimere Dimension offenbart.

So wird die Fotografie zu einem Instrument, um die Kraft und Komplexität der Natur zu beobachten und visuell zu übersetzen.

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DER WEG

Mit etwa zwanzig Jahren begann ich, entlang der toskanischen Küste zu fotografieren. Die Felsküste von Calafuria war mein erstes echtes Übungsfeld: ein Ort, an dem ich gelernt habe, das Verhältnis zwischen Licht und Landschaft zu beobachten.

Die Auseinandersetzung mit dem Gebirge kam 2018 in den Dolomiti und kurz darauf in den Alpi Apuane, den Bergen meiner Heimat. Gerade in diesem Territorium hat meine Art zu fotografieren begonnen, Gestalt anzunehmen.

Die Apuane sind komplexe und oft unterschätzte Berge. Trotz bescheidener Höhe besitzen sie eine strenge, gegliederte Struktur, sind aber zugleich tief vom Marmorabbau gezeichnet.

Sie zu fotografieren bedeutet, einem Territorium Aufmerksamkeit zurückzugeben, das viele eher wegen seiner industriellen Verwandlung als wegen seiner außergewöhnlichen Schönheit kennen.

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DIE FOTOGRAFISCHE FORSCHUNG

Berglandschaften und nordische Territorien: Hier hat meine Fotografie ihre Dimension gefunden.

Nach den Alpi Apuane hat sich die Recherche schrittweise auf weitere Alpenbögen und auf die nordischen Landschaften ausgedehnt. An diesen Orten habe ich Naturbedingungen wiederentdeckt, die denen des Hochgebirges sehr nahe stehen: instabile Atmosphären, rasche Wechsel und ein Licht, das die Landschaft tief verwandeln kann.

Zugleich bieten die nordischen Gebiete eine Vielfalt an Umgebungen, die meine Arbeit erweitern und ergänzen. Dort zeigt sich die Landschaft in anderen Formen, bewahrt aber dieselbe dynamische und unvorhersehbare Dimension, die das Gebirge auszeichnet.

Dieser Dialog zwischen alpinen Räumen und nordischen Territorien ist über die Zeit zu einem zentralen Element meiner fotografischen Arbeit geworden.

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EINE ERWEITERUNG DER FORSCHUNG

Meine Arbeit entfaltet sich entlang zweier komplementärer Richtungen.

Neben der weiträumigen Landschaftsfotografie hat sich meine Recherche zunehmend auch auf die Nahbetrachtung der Materie ausgedehnt.

In diesen Bildern verschiebt sich die Aufmerksamkeit auf die Oberflächen der Landschaft und auf die Spuren, die Erosion, Eis, Wind und Wasser hinterlassen haben.

Diese Recherche entsteht aus dem Wunsch, die Landschaft in einem anderen, intimeren und analytischeren Maßstab zu betrachten.
Zwei unterschiedliche Wege, die Natur zu beobachten und zu fotografieren, die aus derselben Aufmerksamkeit für die Art entstehen, wie die Zeit die Landschaft formt und bewegt.

Manchmal bemerkt jemand, was um uns herum geschieht, und macht die Person an seiner Seite darauf aufmerksam. So beginnt sich das Bewusstsein für die Schönheit zu verbreiten, die uns umgibt – dafür, wie sehr sie erzählt werden muss, damit man ihre Zerbrechlichkeit und Erhabenheit begreift, dafür, wie flüchtig unsere Existenz ist, immer ferner und entfremdeter von den Orten, denen unsere Seele angehört.